Alternative Verkabelung 12V LED Streifen einfärbig/RGB

In diesem Beitrag können wir eine alternative Verkabelung von 12V LED Streifen, sowohl einfärbig als auch mehrfärbig in RGB, vorstellen. Das ganze Geheimnis beruht darauf, dass entweder

  1. ein Netzteil verwendet wird, die Streifen im Kreis verlegt und gemeinsam geschalten werden (das Ende des Streifens wird am selben Netzteil angeschlossen)
  2. zwei Netzteile verwendet werden, Einspeisung am Anfang & Ende der gesamten Länge

Mit den folgenden Methoden erreichen Sie über die gesamte Länge die exakt gleichmäßige Ausleuchtung, da 1) der Spannungsabfall am Ende der Streifen abgefangen wird und 2) sich die Leistung der Streifen auf die gesamte Länge gleichmäßig verteilt. Natürlich gibt es auch Grenzen, siehe dazu später.

Zu 1: Hier ergibt sich der große Vorteil, dass eine durchgängige Raumbeleuchtung realisiert werden kann, zb. mit 20m LED Streifen einfärbig. Sie starten mit dem Netzteil, dass für die maximale Nennleistung + Reserve der Streifen ausgelegt ist, zb. 3x25W –> 100W Netzteil. Sie legen die 4 Streifen hintereinander, zb. in Ihre abgehängte Decke. Das Ende der 20m kommt wieder zum Anfang und wird dort an dasselbe Netzteil angeschlossen. Vorteil dieser Methode: Sie benötigen nur ein großes Netzteil für die komplette Verkabelung.

Verkabelung der LED Streifen in Serie

Verkabelung der LED Streifen in Serie

Zu 2: Stellen Sie sich vor, Sie haben zb. eine durchgängige Länge von 20m an verbauten LED Streifen, zb. Treppenhausbeleuchtung oder Gangbeleuchtung. Normalerweise wird entweder alle 5m extra eingespeist, oder Sie nehmen bis zum Ende hin einen massiven Leuchtkraftverlust in Kauf. Oder Sie speisen 10m von links und rechts ein, auch mit Leuchtkraftverlust in der Mitte, der hier aber nicht so auffällt. Mit der neuen Methode können Sie 2x Netzteile nehmen (zb. bei 2x25W Streifen + Reserve = 60W Netzteil) und die 4 Streifen in Serie verlegen, untereinander verbunden. Nur: Sie speisen nun mit 2 Netzteilen von links (Anfang) und rechts (Ende) ein. Damit ergibt sich eine gleichmäßige Ausleuchtung von Anfang bis Ende. Entstehende Nachteile siehe hier.

Verkabelung von LED Stripes mit 2 Anspeisungen

Verkabelung von LED Stripes mit 2 Anspeisungen am Anfang und Ende

Bei RGB Stripes kann das naturgemäß nur so funktionieren, dass Sie mit einem Netzteil und einem Controller das ganze realisieren, siehe Methode eins. Die Technik dahinter ist aber die gleiche. Hier sparen Sie sich kompliziertere Verkabelungen mit Repeater und mehreren Netzteilen. Methode 2 mit 2 Netzteilen kann nicht funktionieren, da Sie ja nur einen Controller verwenden können.

Zusammenfassung der Vorteile:

  • gleichmäßige Ausleuchtung der LED Streifen auf die gesamte Länge
  • keine komplizierte Verkabelung mit etlichen Netzteilen oder Repeatern
  • konstante, gleiche Wärmeentwicklung auf die gesamte Länge

Grenzen der beschriebenen Methoden zur Verkabelung von LED Streifen

  • Der ganzen Verkabelung sind natürliche Grenzen gesetzt, die da wären: Widerstand der LED Stripes selbst (PCB) und Widerstand der Anschlüsse. Je geringer die Leistung eines einzelnen LED Streifens ist, desto dünner wurde auch der PCB dimensioniert. Es bringt nichts, ein 25W LED Band für 80W zu dimensionieren, das würde zu teuer. Daher gilt: je höher die Nennleistung des LED Bandes auf 5m (zb. 25W, 35W, 40W, 72W, 90W, etc.), desto höher darf die gesamte Leistung später erwartet werden. Als Faustregel gilt: je mehr Leistung der LED Stripe von sich aus verträgt, desto mehr Leistung wird mit dieser Methode erreicht.
    • Beispiel Art. Nr. 85001, 5m mit 25W: bei 20m kommen Sie nur auf gesamte 60W. Hier geht einfach nicht mehr Leistung durch die Bänder. Auch wenn Sie 40m verkabeln, es werden nie mehr als 50W!
    • Beispiel Art. Nr. 84031, 5m mit 72,4W: bei 10m kommen Sie auf insgesamte 130W. In Reihe geschlossen, herkömmlich (5m an 5m) mit nur einem Netzteil am Anfang kommen Sie auf nur 80W auf 10m. Sie sehen, der Unterschied ist ziemlich groß, aber auch nicht unendlich wiederholbar. Bei 150W ist hier die Grenze, siehe weiter.
  • Widerstand der Anschlüsse: je mehr Leistung Sie verwenden, desto wichtiger wird die Dicke der Anschlusskabel. Diese können sich bei diesem wie oben beschriebenen Betrieb von LED Stripes als Flaschenhals erweisen, da diese nur für einen (1)  Streifen ausgelegt sind. Daher wird bei sehr starken Streifen die nachträgliche Verlötung von dickerem Kabel, direkt am Netzteil angeschlossen, aufs wärmste empfohlen. Auch die Verbindung der Streifen sollte nachgelötet werden (alle Anschlüsse runter!). Können Sie das nicht, so verschenken Sie Leistung und laufen Gefahr, dass sich das Netzteil verabschiedet, da das Netzteil aufgrund des hohen Widerstands der Anschlusskabel die Leistung nicht mehr durchbringt und in folge mehr Leistung geschickt wird.
  • Kommt das gesamte Konzept an seine Grenzen, so leuchtet die gesamte Länge ev. nicht mehr so hell als ein Streifen alleine, dafür aber (!) gleichmäßig über die komplette Länge.
  • Bei der Methode mit 2 Netzteilen werden immer baugleiche Netzteile empfohlen, mischen Sie nicht die Wattagen, zb. 100W mit 150W, oder Desktop Netzteil mit Stahlgitternetzteil. Weiters können keine Dimmer bei dieser Methode mit 2 Netzteilen verwendet werden, es geht nur die reine, direkte Verkabelung: 230V-Netzteil-Streifen-Netzteil-230V
  • Die Methode mit 2 Netzteilen hat folgenden, gravierenden Nachteil: verabschiedet sich eine Netzteil aus welchen Gründen auch immer (Defekt, Überlast, etc.), so hängt die gesamte Leistung der Streifens nur mehr auf einem Netzteil, was in folge über kurz oder lang auch zum Ausfall wegen Überlast führen wird.

Oben beschriebene Methoden zur maximal ausgenutzen Verkabelung von 12V LED Streifen wurde gestestet und in dieser Funktion von uns und Elektrikern für gut befunden.  Für Fehlkalkulationen aber von Netzteilberechnungen Ihrerseits übernehmen wir aber keine Verantwortung. Fragen Sie doch vorher einfach bei uns nach.

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